Gedanken zum Abstimmung am 14.06.2026
In der Schweiz wird derzeit viel über die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ gesprochen, die von der Schweizerischen Volkspartei initiiert wurde. Am 14. Juni 2026 findet die eidgenössische Volksabstimmung über diese Initiative statt. Ihr Kern ist ganz einfach: Das Bevölkerungswachstum des Landes soll auf 10 Millionen Menschen begrenzt und die Einwanderung deutlich reduziert werden.
Für manche ist es eine politische Debatte über Zahlen, Statistiken und die Zukunft der Bevölkerung des Landes. Für mich ist es eine Geschichte über Menschen. Über Menschen wie mich.
Vor einigen Jahren zwang mich der Krieg in der Ukraine mein Zuhause zu verlassen und mit meinen Kindern in die Schweiz zu flüchten. Ich bin nicht gekommen um ein besseres Leben zu suchen, sondern um Sicherheit zu finden. Und ich werde nie vergessen, wie viel Unterstützung, Menschlichkeit und Offenheit wir hier erfahren haben.
Heute lebe ich hier, lerne die Sprache, arbeite, engagiere mich auch ehrenamtlich und sehe jeden Tag, wie viele Menschen, welche in die Schweiz kamen, sich aufrichtig integrieren, arbeiten und der Gesellschaft nützlich sein wollen.
Migration ist nicht nur eine Frage von Zahlen. Es geht auch um menschliche Schicksale, Verluste, Hoffnungen und Neuanfänge.
Ich wünsche mir, dass man in der Schweiz nicht vergisst, dass es sehr oft um Menschenschicksale geht und hoffe sehr in einem Land leben zu können, welches sich dessen bewusst ist.
Oksana Koliada, Vorstandsmitglied des Vereins UKRAINER IN BASEL