Protest in Basel gegen die Rückkehr kremlnaher Stimmen auf europäische Kulturbühnen

PRESSEMITTEILUNG
Basel, Schweiz — 22.05.2026
Protestaktion in Basel gegen die Normalisierung von Vertreterinnen und Vertretern des
russischen Regimes im europäischen Kulturraum
In Basel fand eine friedliche öffentliche Protestaktion statt, die sich mit der moralischen
Verantwortung europäischer Kulturinstitutionen im Kontext des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine auseinandersetzte. Die Teilnehmenden der Aktion
riefen dazu auf, der Normalisierung öffentlicher Persönlichkeiten entgegenzutreten, die
mit russischer Staatspropaganda und der Unterstützung der Politik des Kremls in
Verbindung stehen. Organisiert wurde die Aktion von dem ukrainischen Verein in Basel.
Anlass der Protestaktion war der geplante Auftritt der russischen Opernsängerin Anna
Netrebko, die über viele Jahre hinweg mit der russischen Staatsmacht assoziiert wurde
und Wladimir Putin öffentlich unterstützte. Zwar veröffentlichte Anna Netrebko eine
Erklärung gegen den Krieg, eine klare und eindeutige Verurteilung Putins blieb jedoch
aus.
Im Zentrum der Aktion stand eine Installation mit Porträts ukrainischer Musikerinnen,
Musiker und Kulturschaffender, die infolge der russischen Aggression ums Leben
kamen. Darunter befanden sich Künstler, Komponisten, Interpretinnen und Musiker, von
denen viele weit über die Ukraine hinaus bekannt waren und auf europäischen Bühnen
auftraten.
Ziel der Aktion war es, jene Menschen wieder sichtbar zu machen, deren Stimmen
durch den Krieg für immer verstummt sind. Während europäische Konzerthäuser ihre
Türen für Vertreter des russischen Kulturbetriebs öffnen, sterben ukrainische
Künstlerinnen und Künstler durch russische Raketenangriffe, an der Front oder unter
Besatzung. Die Organisatorinnen und Organisatoren betonten, dass die Debatte über
eine angebliche „Trennung von Kunst und Politik“ nicht losgelöst von der Realität geführt
werden könne, solange Kultur vom Kreml seit Jahren als Instrument der Soft Power und
internationalen Legitimation eingesetzt werde.
„Wir wollten keine abstrakte politische Kontroverse zeigen, sondern den menschlichen
Preis dieses Krieges sichtbar machen. Hinter jedem Porträt steht ein Leben, ein Talent,
eine Musik, die nie wieder erklingen wird. Europa hat das Recht, sich die Frage zu
stellen, ob es angemessen ist, symbolische Vertreter eines Aggressorstaates in die
kulturelle ‚Normalität‘ zurückzuführen, während die ukrainische Kultur buchstäblich
ihre Menschen verliert“, erklärten die Organisatorinnen und Organisatoren der Aktion.
Die Teilnehmenden unterstrichen, dass sich die Diskussion nicht gegen eine
Nationalität oder gegen die russische Kultur als solche richte. Es gehe vielmehr um die
Verantwortung demokratischer Gesellschaften in einer Zeit, in der Russland einen
aggressiven Krieg gegen die Ukraine führt, täglich zivile Ziele angreift und systematisch
gegen das Völkerrecht verstösst. Zudem erinnerten die Organisatorinnen und
Organisatoren daran, dass Kulturinstitutionen in verschiedenen europäischen Ländern
bereits mehrfach ihre Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten überdacht haben, die mit
der Unterstützung der russischen Aggression in Verbindung gebracht werden, wobei
sowohl der gesellschaftliche Kontext als auch die ethische Dimension solcher
Entscheidungen berücksichtigt wurden.
Kulturelle Institutionen in Basel sollten Künstler:innen, die das Putin-Regime
unterstützen, unabhängig von ihrer Nationalität keine Bühne bieten – dazu zählt auch
Frau Netrebko.
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